ProSiebenSat.1 stellt umfassende Nichtwähler-Studie vor
• Am 22. September 2013 droht niedrigste Wahlbeteiligung seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland
• Beiratsvorsitzender Dr. Edmund Stoiber fordert mehr Engagement für die Demokratie
• ProSiebenSat.1 weitet Berichterstattung aus
München, 19. Februar 2013. Sieben Monate vor der Bundestagswahl veröffentlicht ProSiebenSat.1 die große Studie "Wähler und Nichtwähler im Wahljahr 2013". Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Forsa planen derzeit 30 Prozent der Wahlberechtigten, sich nicht an der Bundestagswahl zu beteiligen. Damit droht erstmals eine Wahlbeteiligung von unter 70 Prozent, und damit die niedrigste seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Bereits bei den Bundestagswahlen von 1998 bis 2009 war die Zahl der Nichtwähler von 10,8 auf 18,1 Millionen gestiegen. Im Auftrag des Beirats der ProSiebenSat.1 Media AG untersuchte Forsa in einer umfassenden Studie die Ursachen dieser Entwicklung. Die Studie wird einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und steht hier zum freien Download zur Verfügung:
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Dr. Edmund Stoiber, Beiratsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG: "Eine Demokratie lebt nicht nur vom Zuschauen, sondern vom Mitmachen. Wir können es nicht einfach hinnehmen, dass die Wahlbeteiligung auf ständig neue Tiefststände sinkt. Das geht alle Parteien an, alle Verbände und alle Medien - die öffentlich-rechtlichen genauso wie die privaten. Das gemeinsame Ziel aller Demokraten muss sein, Nichtwähler wieder für unsere Demokratie zu aktivieren. Die Studie liefert dazu wichtige Ansätze."
Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG: "Die Studie zeigt, dass gerade die steigende Zahl der Nichtwähler zur Sprache der Politik oft keinen Zugang hat. Es ist auch die Verantwortung der privaten TV-Sender, hier zur Vermittlung beizutragen und diese Kommunikationslücke zu schließen. Die Ergebnisse sind für uns ein Ansporn, mit innovativen Formaten wie "Absolute Mehrheit", "TV total Bundestagswahl" oder "Eins gegen Eins" vor allem junge Menschen für politische Themen zu begeistern."
Zentrale Erkenntnisse sind:
Nichtwähler sind politisch interessiert, aber
unzufrieden
Das Vorurteil, dass sich Nichtwähler nicht für Politik
interessieren, wird durch die Studienergebnisse klar widerlegt. Das
Interesse ist bei den Unentschlossenen und Nichtwählern zwar
niedriger als bei den Wählern, aber mit 59 Prozent geben immerhin
deutlich mehr als die Hälfte der befragten Nichtwähler an, sich
beispielsweise für deutsche Politik zu interessieren. Allerdings
widerlegen die erhobenen Zahlen explizit die These, viele
Bürgerinnen und Bürger würden deshalb nicht zur Wahl gehen, weil
sie mit der Politik ohnehin zufrieden sind und ihr schweigend
zustimmen: 85 Prozent der Nichtwähler sind mit der praktizierten
Politik unzufrieden. Distanziert äußern sich viele Wahlskeptiker
vor allem zu den Auswirkungen der Politik auf ihr persönliches
Leben und zur Kommunikation politscher Inhalte.
"Wähler auf Urlaub"
In der aktuellen Studie wird deutlich, dass es noch keine
große Zahl von dauerhaften Nichtwählern gibt, die nicht wieder als
Wähler gewonnen werden könnten. Die meisten Nichtwähler verstehen
sich als "Wähler auf Urlaub", ihre Wahlskepsis ist eher
sporadisch.
Dr. Edmund Stoiber: "Nichtwähler sind nicht verloren, sondern nach ihrer eigenen Einschätzung für die aktive Beteiligung an der Demokratie durchaus gewinnbar. Hier kann und muss die Politik ansetzen."
Wahlskeptiker kommen überwiegend aus der politischen
Mitte
Bei der Analyse der Nichtwähler widerlegt die Studie
gängige Klischees: Zwar stehen die Wahlskeptiker tatsächlich
überproportional oft vor schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen
und fühlen sich wirtschaftlich benachteiligt. Dennoch wandern sie
nicht an den äußersten linken oder rechten Rand des politischen
Spektrums ab, sondern verorten sich auch weiterhin - und sogar noch
in höherem Maße als die Wähler selbst - in der politischen Mitte
(63 Prozent Unentschlossene und Nichtwähler, 49 Prozent
Wähler).
Frauen neigen eher zur Wahlenthaltung
Nichtwähler sind zwar nur leicht überproportional
weiblich. Bei der Gruppe der Unentschlossenen jedoch - für die
Forscher diejenige Gruppe in der Bevölkerung, die gefährdet ist,
sich bei der nächsten Wahl ebenfalls zu enthalten - überwiegt der
Frauenanteil deutlich (Unentschlossene: 39 Prozent Männer, 61
Prozent Frauen).
Wahlbeteiligung hat auch eine soziale Dimension
Das Haushaltsnettoeinkommen von Nichtwählern und
Unentschlossenen ist durchschnittlich geringer ist als das der
Wähler. So verfügen 50 Prozent der Nichtwähler über ein
Haushaltsnettoeinkommen von unter 2.000 Euro. Durch die hohe
Wahlenthaltung der weniger privilegierten sozialen Schichten haben
die oberen Einkommens- und Bildungsschichten nach Einschätzung
vieler Bürger einen überproportional großen Einfluss auf die
Politik.
Mangelndes Politikinteresse ist ein
Vermittlungsproblem
Das fehlende Wahlengagement ist nicht etwa die Folge eines
grundsätzlich mangelnden Politikinteresses. Während eine Mehrheit
der Wähler (80 Prozent) und auch der Unentschlossenen (65 Prozent)
der Meinung ist, dass es für den Einzelnen sehr wichtig sei, was in
der Politik vorgehe, glauben das nur 46 Prozent der Nichtwähler. Je
weniger die Menschen folglich die Auswirkungen der Politik auf ihr
persönliches Leben erkennen können, desto skeptischer stehen sie
der Stimmabgabe gegenüber. Insgesamt sind Nichtwähler in deutlich
geringerem Maße davon überzeugt, dass Wählen eine Art Bürgerpflicht
darstellt oder dass die Stimmabgabe überhaupt etwas bewirkt.
Entsprechend ist es vielen Nichtwählern gleichgültig, wer die
Wahlen gewinnt.
Die Verantwortung der Medien
Es ist eine zentrale Aufgabe aller Medien, zwischen den
politischen Akteuren und der Bevölkerung zu vermitteln und komplexe
Sachverhalte verständlich und gleichzeitig interessant zu erklären.
Dass Medien diese Aufgabe erfüllen können, zeigen folgende Zahlen:
76 Prozent der Nichtwähler geben an, gut zu verstehen, was Medien
berichten. Bei den Wählern sind es 84 Prozent.
Die Politik-Talks "Absolute Mehrheit" und "Eins gegen Eins" werden fortgesetzt. Auch "TV total Bundestagswahl" wird es wieder geben. Auf Anregung des Beirats und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung wird Ende August auf ProSieben ein weiteres neues Politikformat für junge Leute ausgestrahlt. Die Sendergruppe plant zudem eine "Geh´-Wählen!"-Kampagne, die auch anderen Medienhäusern offen stehen soll, um vor allem junge Leute zur Beteiligung an der Bundestagswahl zu animieren.
Über die Studie "Wähler und Nichtwähler zu Beginn des
Wahljahres 2013"
Die erste Annäherung an die Thematik erfolgte über
Fokus-Gruppen. Die demografischen Merkmale entstammen einer
Untersuchung, die Forsa für das Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung durchgeführt hat. Die Datenbasis bestand insgesamt
aus über 450.000 Wahlberechtigten. Für die Hauptstudie zu den
Motiven von Nichtwählern wurden exklusiv für ProSiebenSat.1 Wähler,
Unentschlossene und Nichtwähler zwischen dem 17. Dezember 2012 und
11. Januar 2013 mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews
befragt. Insgesamt haben 1.004 Wähler, 500 Unentschlossene sowie
509 Nichtwähler an der Befragung teilgenommen.
Der Beirat der ProSiebenSat.1 Media AG setzt sich zusammen aus: Dr. Edmund Stoiber (Vorsitzender), Minu Barati-Fischer, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Dr. Heike Kahl, Prof. Dr. Dieter Kronzucker, Prof. Markus Lüpertz, Dr. Christine Theiss, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer.
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Julian Geist
Konzernsprecher
ProSiebenSat.1 Media AG
Medienallee 7
D-85774 Unterföhring
Tel. +49 [89] 95 07-1151
Fax +49 [89] 95 07-91151
E-mail: Julian.Geist@ProSiebenSat1.com
Felicitas Fischer
Referentin Unternehmenskommunikation
Medienallee 7
D-85774 Unterföhring
Tel. +49 [89] 9507-4139
Fax +49 [89] 9507-94139
E-mail: Felicitas.Fischer@ProSiebenSat1.com
Pressemitteilung online:
www.ProSiebenSat1.com
